Interview mit Julia Zanon, Geschäftsführerin Finanzen, Rechnungswesen und Steuern der Humanity Foundation
- Katrin Matzer

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Frage: Julia, herzlich willkommen im Team. Zum Einstieg würden wir dich gerne kennenlernen, kannst du dich einmal kurz vorstellen?

Antwort: Vielen Dank, ich freue mich sehr, Teil des Teams zu sein. Ich bin Julia und seit Oktober 2025 Geschäftsführerin bei der Humanity Foundation mit Verantwortung für die Bereiche Finanzen, Rechnungswesen und Steuern. Ich habe Wirtschaftswissenschaften studiert und promoviere aktuell im Bereich Gemeinnützigkeitsrecht. Vor meinem Einstieg bei Humanity war ich mehrere Jahre als Steuerberaterin in einer Wirtschaftsprüfungskanzlei tätig und habe dort früh Führungsverantwortung übernommen.
Frage: Wie hast du von der Humanity Foundation erfahren und was hat dich überzeugt, Teil der Organisation zu werden?
Antwort: Der erste Kontakt entstand über einen gemeinsamen Bekannten, der mich mit der Gründerin Katja Larbig bekannt gemacht hat. Angesprochen hat mich die klare Zielsetzung, junge Menschen dabei zu unterstützen, eine berufliche Perspektive zu finden, die wirklich zu ihren Stärken und Interessen passt. Das schafft nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch Selbstvertrauen. Deshalb habe ich Humanity zunächst auf LinkedIn weiterverfolgt. Daraus entwickelte sich ein Austausch mit Katja und ich bin ehrenamtlich eingestiegen.
Frage: Wenn du auf deinen bisherigen Werdegang blickst: Welche Herausforderungen haben dich besonders geprägt?
Antwort: Eine Herausforderung war für mich die Entscheidung für einen Studiengang. Damals war mir, abgesehen von meinen schulischen Leistungen, nicht klar, wo meine Stärken und Interessen liegen und wie ich diese sinnvoll einsetzen kann. Diese Unsicherheit kennen, glaube ich, viele junge Menschen und genau deshalb ist Unterstützung beim Übergang von Schule zu beruflicher Ausbildung so entscheidend.
Frage: Welche Faktoren sind aus deiner Sicht entscheidend für eine erfolgreiche berufliche Entwicklung und wo siehst du Verbesserungspotenzial?
Antwort: Ein zentraler Faktor sind aus meiner Sicht stabile soziale Netzwerke. Menschen, die unterstützen, ehrliches Feedback geben und gerade in anspruchsvollen Phasen Orientierung bieten. Das können Familie, Freund*innen, aber auch Mentor*innen, Nachbar*innen und Lehrkräfte sein. Hier sehe ich auch Potenzial, da nicht alle jungen Menschen automatisch Zugang zu solchen Netzwerken haben.
Frage: Die Humanity Foundation arbeitet mit verschiedenen Programmen. Gibt es ein Projekt, das dir besonders am Herzen liegt?
Antwort: Alle unsere Programme sind klasse und entfalten messbare Wirkung. Wenn ich mich dennoch festlegen müsste, würde ich das Humanity Sommer Bootcamp wählen. Es unterstützt junge Menschen innerhalb kürzester Zeit konkret bei der Beruflichen Orientierung sowie der Suche und Bewerbung um Ausbildungsplätze. Besonders schön finde ich, dass es denjenigen, die ihre Chancen für das kommende Ausbildungsjahr bereits abgeschrieben hatten, doch noch eine Zukunftsperspektive eröffnet.
Frage: Du verantwortest den Finanzbereich der Humanity Foundation. Was sind aus Deiner Sicht die zentralen Anforderungen und worin unterscheidet sich eine gemeinnützige GmbH von einer klassischen GmbH?
Antwort: Bei einer gemeinnützigen GmbH steht nicht die Gewinnerzielung im Vordergrund, sondern die Verfolgung eines gesellschaftlichen Auftrags. Entsprechend wichtig ist die Einhaltung der gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorgaben. Das betrifft sowohl die Mittelverwendung als auch Transparenz- und Dokumentationspflichten. Gleichzeitig unterscheidet sich auch die Finanzierung: Statt auf Umsätze zu setzen, spielen Fördermittel, Spenden und Partnerschaften eine zentrale Rolle. Das erfordert ein hohes Maß an Struktur, Verlässlichkeit und Vertrauen.
Frage: Bedeutet das, dass starke Partner und Unterstützer für Humanity besonders wichtig sind?
Antwort: Absolut. Unser Ziel ist es, nachhaltige Partnerschaften aufzubauen und unterschiedliche Akteure miteinander zu vernetzen. Daraus entstehen sogenannte Verantwortungsgemeinschaften in den Regionen, in denen wir tätig sind. Diese Netzwerke sind entscheidend, um langfristig Wirkung zu erzielen und unsere Programme erfolgreich umzusetzen.
Frage: Wenn du in fünf Jahren auf deine Zeit bei Humanity zurückblickst: Woran würdest du erkennen, dass sie ein voller Erfolg war?
Antwort: Ein Erfolg wäre für mich, wenn wir unsere Wirkung steigern und das Vertrauen bei Partnern und Förderern weiter stärken konnten. Im Finanzbereich bedeutet das insbesondere ein nachhaltiges Finanzierungsmodell. Vor allem aber möchte ich dazu beitragen, dass noch mehr junge Menschen die Chance bekommen, ihren eigenen Weg zu finden – das ist letztlich der Kern unserer Arbeit.





